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Datum: 5. September 2021 um 23:09
Alarmierungsart: DME
Dauer: 2 Stunden 51 Minuten
Einsatzart: Feuer
Einsatzort: Neukloster
Mannschaftsstärke: 12
Fahrzeuge: DLAK 23/12, LF 16/12
Weitere Kräfte: FF Buxtehude, FF Jork


Einsatzbericht:

Feuerwehrleute haben am Sonntag kurz vor 24 Uhr in einer ausgebrannten Wohnung einen Toten (52) entdeckt.

Das Feuer war kurz vor 23 Uhr gemeldet worden, Anrufer sprachen von einer „Explosion“ in dem Wohnhaus. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen löste nach dem Notruf einen MANV-Alarm aus. Diese Abkürzung steht für Massenanfall von Verletzen. Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes rückte mit sieben Rettungswagen und einem Notarzt aus dem Elbe Klinikum an. Zeitgleich wurden die Ortsfeuerwehren Buxtehude (Zug I und Zug II) sowie Hedendorf, Dammhausen und Neukloster (Zug IV) alarmiert. Später rückte die Ortsfeuerwehr Harsefeld mit einer zweiten Drehleiter an.

Beim Eintreffen der Feuerwehr stieg Rauch aus dem Dachgeschoss auf. Atemschutzträger rückten ins Gebäude vor – und bekämpften das Feuer in der Wohnung im zweiten Obergeschoss. Zeitgleich wurde das Gebäude evakuiert. Die Einsatzkräfte müssen schreckliche Bilder verarbeiten:  In der Dachgeschoss-Wohnung, in der der Brand offenbar ausgebrochen war, lag ein Toter mit Brandwunden. „Bei den Löscharbeiten in der Wohnung wurde dann der leblose 52-jährige Wohnungsinhaber aufgefunden. Der Buxtehuder Notarzt und die Rettungskräfte konnten ihm aber nicht mehr helfen, er war bereits seinen schweren Verletzungen erlegen“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach.

In dem Gebäude an der an der Cuxhavener Straße (B73)  hatten sich  32 Personen aufgehalten. Polizisten und Feuerwehrleute kümmerten sich auf dem Parkplatz um die Evakuierten. Dann wurden sie auf dem Sammelplatz vor der Fleischerei Lüssenhop  – koordiniert von dem Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes aus der Leitstelle, Wilfried Sprekels – registriert und untersucht. Hintergrund: Eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid kann innerhalb weniger Minuten oder Stunden zum Tode führen.

Zwei Bewohner mussten ins Elbe Klinikum, einer von ihnen aufgrund einer Rauchgasvergiftung, so Kreis-Feuerwehrsprecher Stefan Braun. Sieben Rettungswagen des DRK waren vor Ort.

Die Stadt brachte 29 Menschen zeitweise in einem KVG-Bus unter, später wurden sie von der DRK-Bereitschaft auf dem Pfingstmarktplatz versorgt. Zwei Notfallseelsorger waren im Einsatz. Fachbereichsleiter Ralf Dessel war mit seinem Team vor Ort. Er und Stadtbrandmeister Horst Meyer gehen davon aus, dass die Ap­par­te­ments im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss bewohnbar sind, auch das Restaurant blieb vom Feuer verschont. Im Dachgeschoss (2. OG) wurden weitere Wohnungen durch Rauchgas und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Wer vorerst nicht wieder zurück kann, werde von der Stadt untergebracht.

Rund 160 Feuerwehrleute waren laut Stadtbrandmeister im Einsatz, im Laufe der Nacht rückten auch Atemschutzträger der Ortsfeuerwehr Jork  nach. 

Die Brandursache ist noch offen, die Tatortgruppe der Polizeiinspektion hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Bundesstraße B73 musste mehrere Stunden – zwischen der Kreuzung an der Harsefelder beziehungsweise an der Jorker Straße – voll gesperrt werden. Der Schaden wurde von Polizei und Feuerwehr mit 350.000 Euro beziffert.

Die Bundesstraße 73 musste für die Zeit der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen bis gegen drei Uhr morgens voll gesperrt werden, der Verkehr wurde örtlich umgeleitet. „Zu größeren Behinderungen kam es dabei aber nicht“, so die Polizei. (Bericht und Bilder: Björn Vasel, Stader Tageblatt)

Post Author: Nora Schmidt-Eustermann