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Diese Frage stellte Ortsbrandmeister Jonas auf der Jahresversammlung der Feuerwehr Harsefeld.

Etwa 100 Feuerwehrleute und Gäste konnte Ortsbrandmeister Jonas auf der Versammlung der Ortswehr Harsefeld im Feuerwehrhaus“ Auf der Herde“ begrüßen. Unter ihnen Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin, Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann, Fleckens Bürgermeister Harald Koetzing. Erstmals dabei: Eine Delegation aus Wienbergen in der Grafschaft Hoya unter Leitung des ehemaligen Harsefelder Ortsbrandmeisters Stefan Vogt.

Der Ortsbrandmeister berichtete von einem ruhigen Jahr in der Feuerwehr. Er sprach einige Markante und kuriose Einsätze an. So wurde die Feuerwehr zu einer Überprüfung zum Gerätehaus gerufen. Hier stellte sich heraus, dass es ein Kind zu befreien galt, dass sich einen Toilettenaufsatz über den Kopf gezogen hatte und nicht wieder herauskam. Vorsorglich war der Vater mit dem Kind zum Gerätehaus gefahren wo es von seiner „Halskrause“ befreit wurde. Insgesamt waren 93 Einsätze zu bearbeiten. Mit den über 100 Diensten und Weiterbildungen ergibt das eine Gesamtstundenzahl von 14.100 das entspricht etwa 20 Arbeitstagen, die von jedem der 85 Feuerwehrleute geleistet wurden.

In seiner Vorschau auf das neue Jahr berichtete Jonas von einer Anschaffung, die zurzeit einzigartig in der Feuerwehr des Landkreises Stade ist: Mit Hilfe eines großen Industriekonzernes beschafft die Feuerwehr Harsefeld eine hochwertige Drohne. Die Ausbildung an dem Gerät beginnt bereits im Februar. Der finanzielle Rahmen für diese Aktion beläuft sich auf ca. 50.000 €.

„Alle Welt spricht von Klimawandel, stellt sich die Frage hat das Auswirkungen auf uns als Feuerwehr?“ Diese Frage stellt Ortsbrandmeister Jonas im Verlauf seiner Ausführungen.

Zitat: Ich behaupte mal ja, auf mehr Extremwetterlagen (Hitze / Starkregen / Stürme), müssen wir uns einstellen und dies auch trainierten. Das Ergebnis aus dem Zusammenspiel einer Extremwetterlage und eines Feuers sehen wir gerade in Australien. Wesentlich größer und schlimmer, als man es sich für uns vorstellen kann aber auch nur ein Bruchteil einer solchen Schadenstelle würde heute die meisten Feuerwehren vor Probleme stellen und ich rede nicht nur von einem Waldbrand, ich rede von Vegetationsbränden im Allgemeinen. Wir sind ausgerüstet und ausgestattet für die urbane Brandbekämpfung aber nicht oder nur unzureichend konzeptionell eingestellt auf diese Art von Brandbekämpfung. Es geht schon damit los, dass wir Führungskräfte immer größere Fahrzeuge beantragen und bedienen wollen, wie bei einem Wettrüsten. Leider sind es häufig diese Fahrzeuge, die bei solchen extremen Lagen, nicht oder nur bedingt gebraucht werden können. Das Standartlöschfahrzeug als Normfahrzeug muss für uns Feuerwehren wieder das Mittel der Wahl werden und dafür dann aus Einsatz taktischen Gründen vielleicht ein Fahrzeug mehr. Zwei Normfahrzeuge mit 7,49 t bis 10 t sind oftmals die bessere Wahl gegenüber einem schwerfälligen 18 t Fahrzeug. Vegetationsbrände sind keine Gebäudebrände und hierfür sind andere taktische Ansätze nötig! Aber die Defizite sind auch in der Weitern Ausrüstung und Bekleidung, sowie der fehlenden Ausbildung zu finden und müssen schnellstens abgestellt werden, damit wir auf solche Szenarien vorbereitet sind. Zitat Ende

In seinen Grußworten spricht Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin einige Ereignisse innerhalb der Samtgemeindefeuerwehr an und berichtet von dem Erfolg der AED Gruppen, die sich überall in der Samtgemeinde gebildet haben. 31 Einsätze haben sie im Jahr 2019 absolviert. Die AED Gruppen werden alarmiert bei akuten Herz- und Kreislaufproblemen um z.B. Wiederbelebungen vorzunehmen, und die Betreuung der Patienten, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu übernehmen. Diese Gruppen haben eine spezielle Ausbildung durchlaufen.

Der Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann überbringt die Grüße des Samtgemeinderates, und bedankt sich für den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehrleute für die Allgemeinheit. Er prangert die Lieferzeiten nach der Bestellung von Einsatzfahrzeugen an. So sind zurzeit fünf Fahrzeuge bestellt, die Erste erfolgte im Juni 2018 und es ist immer noch kein Lieferzeitpunkt bekannt. „Geld ist da aber es wird nicht umgesetzt,“ so Schlichtmann. Insgesamt hat die Samtgemeinde für die Feuerwehr im Jahr 2020  800.000€ bereitgestellt plus die laufenden Kosten. Wie beliebt Harsefeld als Wohnort ist, machte er an einem Beispiel fest: Für acht Bauplätze, die ausgewiesen wurden gibt es 100 Bewerber.

Der Leiter der Polizeistation Harsefeld Holger Heins hob hervor, dass es im Vergangenen Jahr nur wenige Unfälle mit Todesfolge gegeben habe, er freute sich sehr über diese positive Entwicklung. Auch die erfolgreich durchgeführten Personensuchen waren für ihn besonders positive Eindrücke des vergangenen Jahres.

Holger Heins und Bürgermeister Schlichtmann gehen im Laufe des Jahres 2020 in den Ruhestand beide wurden von den Kameraden der Feuerwehr mit „Standing Ovations“ verabschiedet.

Ortsbrandmeister Jonas beförderte einige Kameraden in einen höheren Dienstgrad und verabschiedet einige mit Präsenten aus ihren Funktionen.

Eine Besondere Ehrung erhielt der Kamerad Klaus Ehlers, der nach 50 Jahren aus dem aktiven Dienst ausschied. In einer emotionalen Laudatio berichtete der Ortsbrandmeister über die Arbeit von dem Kameraden Ehlers.

Post Author: Mark Boris Johst

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